Winter


In der Polarnacht leuchten die Nordlichter besonders intensiv
In der Polarnacht leuchten die Nordlichter besonders intensiv

Der "richtige" Winter beginnt in Nordnorwegen im November.
Jetzt geht die Sonne unter, und zwar für lange Zeit – die Polarnacht dauert hier über zwei Monate.

Diese Zeit hat für uns dennoch besondere Reize, die sich aus dem ungewöhnlichen, diffusen Licht und den tiefen Temperaturen (oft um -20°C und kälter) besonders im Januar ergeben.

Nun sind die Chancen am besten, das Nordlicht zu beobachten. Schleier aus Licht und Farbe toben über den Himmel und spiegeln sich in der Schneelandschaft.

Von Mitte Januar bis Mitte Februar – wenn die Sonne noch sehr tief steht – wird die Landschaft in ein klares, warmes und intensives Licht gehüllt. Jetzt entstehen auch die spektakulärsten Fotos.

Ende Februar wird der Winter spürbar moderater. Die Temperaturen erreichen nur noch selten die -25 Grad Grenze, und die Sonne steht schon recht hoch.

Im März sind die Tage bereits ebenso lang wie in Mitteleuropa. Ende April wird es selbst nachts nicht mehr dunkel. Erst ab Mitte Mai wird der Schnee so weich, daß das Hundeschlittenfahren schwierig wird.

Wenn Sie an einem Familienurlaub interessiert sind, ist die Huskyfarm genau das richtige für Sie. Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Kinder an die winterliche Natur heranzuführen, ihnen den Umgang mit Wind und Wetter, Bergen und Tälern, Schnee und Eis zu vermitteln. Das ist wohl eines der schönsten Herausforderungen, die das Erwachsenenleben bieten kann.

Tiere können dabei sehr behilflich sein. Hunde und besonders Welpen sind für viele Kinder wie Magneten. Mit und durch sie kommt ihnen die Natur näher, denn sie erleben und entdecken die Welt zusammen mit ihnen.

Unsere Touren

Dass bei diesen Touren nicht alles nach einem bis ins Detail organisierten Plan verlaufen kann, sondern die unberechenbare Größe der Natur eine wesentliche Rolle spielt, versteht sich von selbst. Unsere Touren haben wir in drei Kategorien eingeteilt:

Jeder Teilnehmer fährt ein eigenes Gespann
Jeder Teilnehmer fährt ein eigenes Gespann
  • 5+3 - Tagestouren für den Anfänger, der mal hineinschnuppern möchte und sich noch nicht allzuviel zutraut. Der erste Tag ist der Anreisetag. Dann folgt ein Einweisungstag, worauf sich fünf Tage mit den Hundeschlitten in den Bergen anschließen. Der achte Tag ist der Abreisetag.
    (Nordlicht Huskytour, Huskycamp Altevatn)
  • 8+3 - Tagestouren für den Anfänger, der schon mehr wissen möchte und etwas sportlicher ist. Der erste Tag ist der Anreisetag. Dann folgt ein Einweisungstag, worauf sich acht Tage mit den Hundeschlitten in den Bergen anschließen. Der elfte Tag ist der Abreisetag.
    (Nordlicht Huskytour, Expedition Dividal)
  • 10+3 - Tagestouren auch für den Anfänger. Diese Touren setzen aber eine gewisse Erfahrung im winterlichen "Outdoor"-Leben und Sportlichkeit voraus. Der erste Tag ist der Anreisetag. Dann folgt ein Einweisungstag, worauf sich zehn Tage mit den Hundeschlitten in den Bergen anschließen. Der dreizehnte Tag ist der Abreisetag.
    (Expedition Dreiländereck, Expedition Jukkasjärvi)

Sonderprogramm möglich:
Darüber hinaus organisieren wir Touren außerhalb unseres Programms, die Ihren Wünschen und Vorstellungen entsprechen. Ob sie nun in die Wälder des norwegisch/schwedischen Grenzgebietes, in die Berge des Dividal-Nationalparkes oder zu einer wochenlangen Expedition durch die größten Nationalparks Europas aufbrechen wollen – alles ist machbar.

Schließlich befindet sich vor unserer Haustür ein menschenleeres und sich über hunderte von Kilometern erstreckendes Gebiet, das in seiner natürlichen und unberührten Vielfalt in Europa wohl einmalig ist.

Wer kann mitmachen? 

Mitmachen kann jeder, der die Natur auch im Winter erleben möchte, die Abgeschiedenheit, das "auf-sich-gestellt-sein", und der nicht davor zurückstreckt, mit anzupacken. Ideale Voraussetzungen sind:

  • gute Laune, Gemeinschaftssinn, Verantwortungsbewußtsein und Hilfsbereitschaft,
  • Einfühlungsvermögen in die Leistungsfähigkeit und Charaktere der Hunde,
  • Kondition, wie sie in etwa beim Fahrradfahren in den Bergen nötig ist.

Vorkenntnisse im Hundeschlittenfahren sind nicht erforderlich. Etwaigen Unsicherheiten beim Schlittenfahren kommen wir mit mit sehr leichten Etappen in den ersten Tagen entgegen. Meist schneller als vermutet ist der Neuling in seinem Element und lacht über die Schwierigkeiten, die er zu Anfang erwartet hat.

Übernachtungen

Vor und nach jeder Huskytour wird bei uns auf der Huskyfarm übernachtet. Auf der Huskyfarm stehen dafür ein Gästehaus und eine Hütte/Ferienwohnung zur Verfügung. Alle Gebäude sind neu gebaut bzw. neu renoviert, haben eine Dusche und voll eingerichtete Küchen.
Bettzeug und Handtücher sind vorhanden.

Auf den Touren wird in einfachen Berghütten, Lavvus – das sind die traditionellen Zelte der Samí - oder Bergzelten übernachtet.

Die Berghütten haben keinen Strom und kein fließendes Wasser. Doch das Wichtigste haben alle: ordentliche Holzöfen, mit denen man schnell die vier Wände warm bekommt.
Für die Wassergewinnung muß oft Schnee geschmolzen werden. Einige Hütten liegen an einem Fluß oder an einem See. Hier kann man an offenen Stellen an Wasser herankommen oder muß mit einem Eisbohrer ein Loch in das Eis bohren um Wasser schöpfen zu können.
Die Hütten warten mit einem sehr unterschiedlichen Niveau auf. Unser Wanderverein DNT bzw. TT (Den norske turistforeningen oder Troms Turlag) hat in Tagesabständen entlang der norwegisch/schwedischen Grenze viele Hütten gebaut. Die benutzen wir besonders gerne im Dividal-Nationalpark. Auf schwedischer Seite können wir an einigen Stellen die sehr einfachen Hütten der Samí benutzen. In der Nähe des Dividal Nationalparks und am See Altevatn/bzw. Leinavatn haben die „Ranger“, also die Naturaufsicht, einige Übernachtungsmöglichkeiten, auf die wir auch öfters zurückgreifen. Sie decken das gesamte Niveauspektrum ab: von höchst komfortabler Hütte mit Sauna bis zur Hütte, die zwar urgemütlich aber sehr eng ist.

Nur 30 Kilometer von der Huskyfarm entfernt haben wir ein Lavvu aufgestellt. Ein Lavvu ist ein kegelförmiges Zelt, wie es viele Urvölker benutzen. Bei den Pfadfindern läuft sie unter dem Namen Kote, bei den Indianern unter Tipi.
Unser Lavvu – wir benutzen die Bezeichnung der Samí – ist modifiziert: anstatt eines offenen Feuers wird unser Lavvu mit einem Holzofen befeuert und die Schlafstellen sind erhöht. Beides sorgt für einen komfortableren Schlaf – da die Wärme erheblich besser ausgenutzt wird. Frieren braucht hier niemand.

Genauso verhält es sich bei Übernachtungen im Zelt – die übrigens nur bei den längeren Schlittentouren anfallen. Da wir Anhänger der komfortablen Übernachtungen sind, isolieren Isomatten und Rentierfelle vor der Bodenkälte. Außerdem werden die Zelte beheizt.

Unterwegs wird immer im Schlafsack übernachtet.

Verpflegung

Wir wollen unseren Gästen nicht nur die Huskies und die Gebirgslandschaft vorstellen, sondern auch die skandinavische Küche – oder besser: die skandinavischen Lebensmittel.
Besser, weil nach wie vor gilt: Spätestens beim Überschreiten des Polarkreises wird kulinarisches No-Go-Area oder verdeutscht ausgedrückt: kulinarisches Katastrophengebiet betreten. Auch wenn sich hier in den letzten Jahrzehnten wirklich viel getan hat!

Eine wirkliche Delikatesse:Wildlachs
Eine wirkliche Delikatesse:Wildlachs

Doch was hier oben richtig gut, wenn nicht weltklasse ist, sind die Grundnahrungsmittel. Hier ist die Natur noch verhältnismäßig unberührt und somit sind die Lebensmittel sauber. Deswegen benutzen wir gerne auf den Touren Grundnahrungsmittel aus der Gegend: Rentier- und Elchfleisch, Lachs und anderen Fisch. Die Kartoffeln kommen vom lokalen Markt, wenn nicht aus dem eigenen Garten. Das Brot wird überwiegend selbst gebacken und viele Kräuter selbst gezogen. Und sonst ernten wir auch gerne in der freien Natur: die skandinavische Multebeeren, die Himbeeren und Blaubeeren – und nicht zu vergessen: Pilze!
Lediglich bei den Teigwaren ziehen wir italienische vor!
Auf unseren Schlittentouren bewegen wir uns quasi in einer riesigen Tiefkühltruhe. Diesen Umstand machen wir uns gerne zunutze indem wir ganz unproblematisch auch leicht verderbliche Lebensmittel auf die Touren mitnehmen können. Denn: nichts wird hier schlecht!
Auch kochen wir einen Teil der Verpflegung bereits zu Hause vor und tauen sie dann unterwegs bei Bedarf einfach auf. Das ermöglicht eine recht gute Vielfalt der Verpflegung.

 
Eigenes Gespann
Eigenes Gespann

Bei unseren geführten Touren versuchen wir Ihnen das Hundeschlittenfahren möglichst nahe zu bringen. Deswegen hat es sich bei uns bewährt, jeden Teilnehmer während der gesamten Tour sein eigenes Gespann führen zu lassen.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass nur auf diese Weise die Einheit von Mensch, Hund und Natur richtig erfahrbar wird. Neben dem Vertrauen in die Kraft der Hunde tritt besonders das Kennenlernen der eigenen Fähigkeiten und die Grenzen im Umgang mit der winterlichen Natur in den Vordergrund.

Das Meistern dieser Aufgabe und das Erlebnis einer Freiheit, deren Grenzen nur die Natur selbst mit ihren gewaltigen Kräften vorgibt, ist eines der letzten Abenteuer in unserer durch und durch zivilisierten Welt.



Expeditionsstil
Expeditionsstil

Unsere Touren führen wir im Expeditionsstil durch. Das bedeutet einen Verzicht auf die Unterstützung und Begleitung von Motorschlitten oder den Gebrauch anderer technischer Hilfsmittel.

Wir meinen, dass das Hundeschlittenfahren am intensivsten zu erleben ist, wenn eine größtmögliche Abhängigkeit von den Hunden, dem Wetter und den Schneeverhältnissen besteht. Es soll auf die Hunde und das Zusammenspiel zwischen Hund und Mensch ankommen, nicht auf die Funktionstüchtigkeit der Technik.

Die gesamte Ausrüstung befindet sich auf dem Schlitten. Die Anzahl der vorgespannten Hunde richtet sich nach dem Mut und den Fähigkeiten der Teilnehmer, den jeweiligen Schneeverhältnissen und den Bedingungen, die das Gelände vorschreibt.

Wenn der "Outdoor"-Journalist Till Gottbrath nach einem Besuch bei uns schreibt: "Die Hunde setzen dem Naturerlebnis die Krone auf", dann eben aus wegen unseres konsequenten Verzichts auf technische Hilfsmittel.