Hundeschlittenexpedition Jukkasjärvi
(10+3 Tage)
Die Expedition Jukkasjärvi ist unsere längste und abwechslungsreichste Tour im Programm. Vom Gelände her ist sie nicht sehr schwierig, lediglich die Etappen sind durchschnittlich länger, als bei den übrigen Touren. Deswegen sollte hier auf etwas mehr Kondition geachtet werden.
Dennoch ist auch diese Tour für Anfänger geeignet, die eine größere
Herausforderung suchen. Tatkräftiges Anpacken, Toleranz und Ausdauer
sind sehr vorteilhafte Eigenschaften.
Die Route der Expedition verläuft in großen Teilen auf der Zugstrecke
der Rentierherden, die sich zwi-schen den waldreichen Winterweiden und
dem Hochgebirge der Sommerweiden bewegen.
1. Tag
Ankunft am Flughafen Bardufoss oder am Bahnhof Narvik. Hier werden sie von Ihrem Musher abgeholt und nach Innset – zum Ausgangspunkt der Tour – gebracht. (Ev. Bus von Narvik nach Seter-moen). Auf der Huskyfarm von Björn Klauer empfangen Sie die vierbeinigen Teilnehmer der Tour und eine Hütte/Gästehaus mit allem Komfort wie Dusche, Küche etc. Beim Abendessen werden die ersten Details der Tour besprochen.
(Es kann natürlich auch gerne ein paar Tage früher angereist werden.
Das gibt mehr Zeit für den Spaß im Schnee: Huskies kennen lernen,
Schneeschuh- oder Skiausflüge auf eigene Faust, "Snørrekjøring"
ausprobieren, Entspannen in der Sauna, Akklimatisieren.
Kosten bei
Selbstverpflegung: 23.- Euro p. Tag/Person)
2. Tag
Dieser Tag wird komplett für die Vorbereitungen der Expedition genutzt.
Zunächst bekommt jeder sein Gespann zugeteilt, damit sich Hund und
Mensch schon einmal beschnuppern können.
Danach kommt die Einweisung in die Kunst des Hundesschlittenfahrens an
die Reihe. Ziel hierbei ist es, jeden Teilnehmer in die Lage zu
versetzten möglichst selbstständig mit den Hunden und dem Schlitten
umgehen zu können. Alle Fragen werden behandelt: Welcher Hund kommt
wohin? Wozu dienen die vielen Leinen? Was mache ich, wenn ich umfalle
usw.
Das Anschirren und Anleinen der Hunde wird praktisch geübt und eine kleine Hofrunde mit einem kompletten Gespann gibt erste Eindrücke über den zu erwartenden Spaß.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Ausrüstung. Hier wird das Equipment der Teilnehmer gründlich auf die Tauglichkeit untersucht und fehlende Gegenstände ergänzt. Die Ausrüstung der Teilnehmer soll allen Gegebenheiten gewachsen sein. Um das zu gewährleisten können wir auch auf unser umfangreiches Ausrüstungslager zurückgreifen.
Ein Blick auf die Karte gibt einen ungefähren Einblick in den Ablauf der Tour.
3. Tag
Heute werden die Schlitten gepackt, die Hunde eingespannt und die Startleinen gelöst.
Nun endlich beginnt das Abenteuer, daß zunächst nur aus weißer, vorüberfliegender Landschaft und einer Meute äußerst arbeitswilliger Hunde besteht. Doch rasch haben sich die Vierbeiner zu einem ruhigeren Wolfstrab besonnen – der Urlaub kann beginnen.
Um den Anfang nicht zu schwer beginnen zu lassen, verläuft die Etappe auf dem Eis des Sees Altevatn. Hier sind noch keine großen Fahr und Lenkkünste von Nöten.
Schon nach drei bis vier Stunden neigt sich die erste Etappe dem Ende zu. Ein Lavvu – das traditionelle Zelt der Samen – lädt in einem kleinen Birkenwald zur Übernachtung ein. Ein Ofen in der Mitte und Rentierfelle am Boden sorgen für einen traditionellen und gemütlichen Abschluss des Tages.
4. Tag
Auch dieser Tag stellt noch keine hohen fahrtechnischen Ansprüche an die Teilnehmer. Das Eis des Sees Altevatn erlaubt es, die Fahrt und die gebirgige Landschaft in vollen Zügen zu genießen.
Nach ca. 25 Kilometern wird einer Hütte erreicht, die sich unweit der schwedischen Grenze im Birkenwald versteckt.
5. Tag
Der fünfte Tag führt die Gruppe über die schwedische Grenze. Fast von der Landschaft aufgesogen liegt das kleine Samendorf Vouskojaure. Verlassen liegen die Hütten weit verstreut in dem lockeren Birkenwald. Erst im Mai und im Oktober zeigt das Dorf mehr Leben. Dann werden hier die Rentierherden auf dem Weg zur Sommer- bzw. Winterweide vorbei getrieben. Lediglich ein ältere Same hält das hier das ganze Jahr über die Stellung.
In südöstlicher Richtung verläuft die Tour durch offene und niedrige Birkenwälder, über zugefrorene Sümpfe und kleinere Seen. Hier dienen die Motorschlittenwege der Samen auch uns als Trail. Zum Glück treffen wir nur sehr selten einen dieser knatternden Schlitten während der gesamten Tour, da dieses Gebiet so abgelegen ist, dass sich selten andere Menschen hierher verirren.
Irgendwo in diesem weiten Gebiet schlagen wir das Zelt auf, legen die Rentierfelle als Unterlage über die Isomatten und heizen das Zelt kräftig ein, während draußen die Hunde ungeduldig auf ihr Essen warten.
6. Tag
Dieser Tag führt uns kurz über die Baumgrenze und ermöglicht einen guten Überblick über die unendlich weite Landschaft. Doch schnell geht es wieder tiefer, die ersten arktischen Fichten und Kie-fern tauchen auf und verdichten sich langsam zu einem Wald. Dieser Wald liefert reichlich Brennholz für das abendliche Lagerfeuer. Der Feuerschein erhellt das Lager nur schemenhaft. Der Mond, die Sterne und hoffentlich das Nordlicht runden dieses Bild einer unvergleichlichen Stimmung ab.
7. Tag
Die Landschaft ist weiter nur noch leicht hügelig, bietet aber trotzdem die ein oder andere rasante Abfahrt. In diesen endlosen Wäldern haben die Rentiere, die bei uns in Innset im Sommer wei-den und ihre Kälber groß ziehen ihre Winterweideplätze. Rund um Jukkasjärvi halten sich ca. 30.000 Tiere auf. Wir müssen also recht aufmerksam fahren und den Rentieren immer die Vorfahrt lassen.
Liegen wir gut im Zeitschema, so endet der Tag an einer kleinen Hütte, die in einer Lichtung am Ufer eines Flusses das letzte Überbleibsel eines alten Hofes bildet.
8. Tag
Die Hütte ist zugleich der östlichste Punkt der Expedition. Von hier aus geht es recht direkt wieder nach Westen. Nach mehreren Stunden lassen wir die Samensiedlung Jukkasjärvi links liegen. Wir fahren auf dem Eis des Flusses Torneälven, biegen jedoch gegenüber des Dorfes Kurravaara nach Nordwesten auf den See Lulip Vuolusjavri ab.
Das Zelt wird im geschützten Wald aufgebaut und das Lagerfeuer sorgt für die Wärme. Wenn der Geruch des gebratenen Specks durch das Lager zieht, denken die Hunde auch langsam an das Nachtmahl und erinnern uns durch einen steigenden Geräuschpegel an ihre knurrenden Mägen.
9. Tag
Die Gruppe fährt nun in nordwestlicher Richtung auf das norwegische Gebirge zu. Weiße Ber-ge erheben sich hinter den grünen Wipfeln der Nadelbäume. Langsam rücken die Berge näher, wäh-rend wir über das Eis vieler Seen und durch tief verschneite Wälder gleiten.
Dies ist eine der längsten Etappen von vielleicht 70 Kilometern. Aber die Schlitten haben die größte Last während der vergangenen Etappen verloren und so fällt den Hunden das Ziehen immer leichter. Heute campieren wir das letzte Mal unterhalb der Nadelwaldgrenze, schon recht dicht an der norwegischen Grenze.
10. Tag
Schnell haben wir den Fuß des Bergmassivs erreicht und es geht spürbar höher. Ab und an muss den Hunden geholfen werden, indem wir vom Schlitten springen und nebenher laufen oder einfach auf einer Kufe stehend "mitrollern". Von einigen markanten Anhöhen reicht der Blick noch einmal in die Landschaft, die uns die letzten Tage beherbergt hat. Dann verschlucken uns die Berge in ihrer majestätischen Winterpracht.
Unser Kreis schließt sich wieder an dem Samendorf Vouskojaure und wir überqueren die norwegische Grenze. Nach weiteren 20 Kilometern stehen wir wieder vor der Hütte am östlichen Teil des Sees Altevatn.
11. Tag
An diesem Tag können wir, wenn die Wetteraussichten gut sind, die Hunde und uns ein wenig ausruhen. Auch kann ein solcher Tag für Schneeschuhtouren, Fotoexkursionen oder ein Buch genutzt werden. Sind jedoch die Wetterverhältnisse eher unkalkulierbar, so fahren wir heute zur Samenkote und halbieren die letzte Etappe in zwei einfachere Abschnitte.
12. Tag
Die Schlitten sind nun vom Proviant befreit und laufen erheblich leichter. Deswegen bietet sich die Heimkehr in die Zivilisation – bei gutem Wetter – in einer Etappe an.
Je näher die Gruppe der kleinen Siedlung Innset kommt, je
eindrucksvoller legen sich die Hunde ins Geschirr. Nach einer fünf- bis
sechsstündigen Fahrt ist Innset und die warme Dusche erreicht. Aber
vorher müssen die Hunde noch ausgeschirrt und die Schlitten entladen
werden.
Ein warmes Abendessen schließt den Tag ab. Hier wird die norwegische
Küche beweisen, daß sie noch etwas anderes zu bieten hat als
"Smørebrød".
13. Tag
Frühstück, Abschied von den Hunden und Transfer zu den Abreiseorten.
Bitte unbedingt das »Hundeschlitten ABC« lesen!